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Gemini schluckt alles: Google beendet die exklusive Pixel-Studio-App

17.06.2026 3 Min. Lesezeit
Foto: © Dieses Bild wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert
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Manchmal geht es in der Tech-Welt wirklich rasend schnell. Da stellt ein Hersteller mit großem Tamtam ein exklusives Feature für seine neuesten Smartphones vor, und gefühlt nur ein paar Wimpernschläge später wird das Ganze auch schon wieder komplett eingestampft

Genau das passiert gerade mit Googles hauseigener Bildbearbeitungs- und Generator-App Pixel Studio, die erst mit der Pixel-9-Reihe eingeführt wurde.

Mit dem neuesten App-Update zieht der Suchmaschinenriese überraschend radikal den Stecker.

Der Wandel zum digitalen Karteikasten

Wer die Anwendung nach dem Update auf Version 2.3 öffnet, sieht sich mit einer ziemlich nackten Oberfläche konfrontiert. Der gewohnte Button zum Generieren von neuen Bildern, Stickern oder KI-Grafiken ist komplett verschwunden. Stattdessen prangt dort jetzt ein Hinweis, der die Nutzer direkt an die Gemini-App verweist, um dort mit neuen Modellen wie Nano Banana 2 weiterzuarbeiten.

© Dieses Bild wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz generiert

Das bedeutet im Klartext: Die App ist als aktives Werkzeug tot. Sie dient ab sofort nur noch als eine Art lokales Archiv, um bereits in der Vergangenheit erstellte Projekte anzusehen oder zu exportieren. 

Dass die Anwendung im Kern noch auf dem älteren KI-Modell Imagen 4 lief, zeigt eigentlich recht deutlich, dass Google hier intern schon länger nicht mehr viel Arbeit hineingesteckt hat.

Aufräumen statt App-Wildwuchs

Wenn ich mir die Entwicklung anschaue, ist dieser Schritt am Ende gar nicht so überraschend, sondern vielmehr eine logische Konsequenz.

Zum Start der großen KI-Welle hat Google schlicht versucht, an jeder Ecke des Betriebssystems irgendein smartes Label draufzuklatschen. Das Ergebnis war eine Zersplitterung, bei der niemand mehr so genau wusste, welche KI-Funktion nun eigentlich in welcher App steckt. 

Eine durchschnittliche Bewertung von gerade einmal 3,0 Sternen im Play Store hat zudem gezeigt, dass die App im Alltag der meisten Nutzer ohnehin keine dauerhafte Rolle spielte.

Screenshot aus der Desktop Version vom Google Play Store. | eigenes Archiv.

Andere Hersteller wie Samsung oder Apple lösen das derzeit etwas eleganter, indem sie solche Werkzeuge direkt in die bereits existierende, normale Fotogalerie oder das System integrieren. 

Niemand möchte für das schnelle Erstellen eines Stickers extra eine eigene, isolierte App öffnen müssen, wenn der zentrale Assistent auf dem Telefon das im normalen Chatfenster viel flexibler erledigen kann. Google bündelt seine Kräfte nun korrekterweise an einer einzigen Stelle: unter dem Dach von Gemini.

Konzentration auf das Wesentliche

Für uns Nutzer ist dieses schnelle Aussterben von Diensten zwar manchmal etwas nervig, weil man sich kurz umgewöhnen muss, aber strukturell tut es dem Android-Ökosystem gut. Der berüchtigte „Google-Friedhof“ ist um einen Eintrag reicher, doch diesmal sterben keine echten Funktionen, sondern lediglich eine schlecht genutzte Hülle. 

Die Konzentration auf eine zentrale KI-Anwendung nimmt unnötige Komplexität aus den Geräten und spart letztlich auch wertvollen Speicherplatz, der sonst mit ungenutzten System-Apps blockiert worden wäre.

Lukas S. Gastautor bei VZC System
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