Kein Blitzer.de mehr im OOONO: Verliert der Co-Driver seine größte Stärke?
Viele von uns haben den kleinen schwarzen Puck im Auto schätzen gelernt. Einmal mit dem Smartphone gekoppelt, piept er unaufgeregt bei Gefahrenstellen oder Tempokontrollen.
Was die meisten Anwender dabei jahrelang gar nicht auf dem Schirm hatten: Das Herzstück für verlässliche Warnungen in Deutschland war im Hintergrund die riesige Datenbank von Blitzer.de.
Doch mit dieser Partnerschaft ist es vorbei – und das hat direkten Einfluss darauf, wie das Gadget an der Windschutzscheibe künftig arbeitet.
Sowohl Blitzer.de als auch OOONO haben das Ende der Zusammenarbeit offiziell bestätigt.Die Initiative zur Trennung ging dabei von OOONO aus. Bereits Ende letzten Jahres wurde der Stecker gezogen, sodass seitdem keinerlei Daten von Blitzer.de mehr in das System der Dänen fließen.
Wer sich gewundert hat, warum Warnungen in den vergangenen Monaten gefühlt etwas anders getimt waren oder vereinzelt Treffer fehlten, hat hier wahrscheinlich die Ursache. OOONO verlässt sich im deutschsprachigen Raum nicht mehr auf den gewohnten Platzhirsch, sondern baut komplett auf ein eigenes System.
Dazu gehören die eigene Nutzer-Community, fest installierte Kamerasysteme, ein eigenes Datenteam sowie der eingekaufte britische Datenspezialist Cyclops (mittlerweile OOONO UK).

Warum der Schritt nachvollziehbar ist, aber Fragen aufwirft
Aus Sicht von OOONO ist dieser Schritt verständlich. Wenn du international wachsen willst, möchtest du nicht in jedem Land von lokalen Datenanbietern abhängig sein, sondern deine eigene Plattform kontrollieren.
Die Kehrseite der Medaille betrifft allerdings uns als Autofahrer. Die Community von Blitzer.de ist in Deutschland über Jahre gewachsen und extrem dicht. Ein eigenes Netz parallel dazu aufzubauen, erfordert enorme Aktivität der eigenen Nutzer.
Blitzer.de selbst äußert sich dementsprechend distanziert und betont, dass man die Qualität der aktuell bei OOONO genutzten Daten weder prüfen noch bewerten könne. Es steht also Aussage gegen Aussage:
Der eine setzt auf sein etabliertes Heimspiel, der andere auf globale Unabhängigkeit.

Was das für den Alltag bedeutet
Der OOONO Co-Driver ist deshalb keineswegs unbrauchbar geworden.Wer das Gerät nutzt, wird weiterhin vor Gefahren und Kontrollen gewarnt.
Ich beobachte allerdings, dass der Verlass auf spontane, mobile Kontrollen stark davon abhängt, wie viele OOONO-Nutzer auf der eigenen Route unterwegs sind und diese fleißig melden.
Ich persönlich finde es schade, dass solche grundlegenden Änderungen an der Datengrundlage oft erst über Umwege bei den Kunden ankommen. Wer eine Hardware kauft, geht meist davon aus, dass der Dienst dahinter unverändert bleibt.
Wenn du absolute Verlässlichkeit auf Basis der Blitzer.de-Datenbank suchst, musst du wohl wieder direkt auf deren eigene App setzen. Für Gelegenheitsfahrer bleibt der Co-Driver als komfortables All-in-One-Gadget aber weiterhin eine bequeme Lösung.
Ein kurzer Gedanke zum Schluss
Am Ende zeigt die Entwicklung vor allem eines: Auch bei unscheinbarer Hardware entscheidet am Ende die Software und die Datenbasis im Hintergrund darüber, wie gut das Produkt im Alltag wirklich ist.
Es wird spannend sein zu sehen, ob OOONO seine eigene Community in Deutschland schnell genug ausbauen kann, um den Wegfall des bisherigen Daten-Rückgrats vollständig zu kompensieren.
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Quellenverzeichnis (7)
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