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Struktur-Fail bei Google: Warum wir unsere Chats noch immer suchen müssen

08.05.2026 3 Min. Lesezeit
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Das Struktur-Paradoxon von Google

Wir nutzen Gemini täglich für komplexe Workflows, doch wer einmal versucht hat, ein wichtiges Projekt aus dem letzten Monat in der endlosen Seitenleiste wiederzufinden, weiß: Es ist ein absoluter Albtraum.

Während die Konkurrenz von OpenAI mit Foldern und Projekten längst den Weg für produktives Arbeiten geebnet hat, lässt Google uns im digitalen Regen stehen.

Wir haben uns die aktuelle Situation und die neuesten Leaks rund um das Thema „Ordnung in Gemini“ für euch angesehen.

Das ewige Scrollen: Ein Produktivitätskiller

Das Problem ist simpel, aber gravierend. Jeder neue Chat landet bei Gemini in einer linearen Liste unter „Aktuelle Aktivitäten“.

Wer beruflich mit KI arbeitet, hat nach drei Tagen eine Liste, die so lang ist wie eine Klopapierrolle. Wir finden das nicht nur schade, sondern ehrlich gesagt auch ziemlich schwach für einen Tech-Giganten.

Aktuell bleibt uns nur das „Anpinnen“, aber auch das stößt bei mehr als fünf wichtigen Themen schnell an seine Grenzen. Google scheint darauf zu setzen, dass wir die integrierte Suche nutzen – nach dem Motto „Finden statt Sortieren“ –, doch in einem echten Workflow wollen wir Themengebiete gruppieren und nicht jedes Mal Stichworte raten.

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Der Lichtblick: „Projects“ im Anmarsch?

Technische Analysen und aktuelle Leaks zeigen jedoch, dass sich im Hintergrund endlich etwas tut. In der aktuellen Web-Version wurden Code-Schnipsel entdeckt, die auf ein Feature namens „Projects“ hindeuten. Erste Nutzerberichte (u.a. von Android Authority aus dem April 2026) bestätigen, dass im Drei-Punkte-Menü vereinzelt die Option „Zu Projekt hinzufügen“ auftaucht.

Technisch gesehen scheint Google hier eine ähnliche Schiene wie Claude oder ChatGPT zu fahren. Die Chats sollen nicht nur in Ordnern verschwinden, sondern in einem Kontext-Container (dem Projekt) zusammengefasst werden, in dem man eventuell auch direkt Dateien für alle Unter-Chats hinterlegen kann.

Warum dauert das so lange?

Es ist kein Geheimnis, dass Google eine andere Philosophie verfolgt als OpenAI. Google möchte, dass Gemini ein Teil deines gesamten Ökosystems ist – verknüpft mit Drive, Gmail und Docs.

Wir vermuten, dass die Verzögerung technischer Natur ist: Die Integration der Ordnerstruktur in die bestehende Workspace-Architektur ist komplexer, als einfach nur ein Label an einen Chat zu kleben.

Dennoch: Für uns als Nutzer ist das keine Ausrede mehr. Das fehlende Management-Tool sorgt dafür, dass viele Power-User für strukturierte Projekte weiterhin zu ChatGPT abwandern.

Marketing oder Nutzen?

Ist das nur künstliches Hinauszögern? Wahrscheinlich nicht.

Google hat schlichtweg den Startschuss für UI-Management verpasst, weil sie sich zu sehr auf die Multimodalität konzentriert haben. Ja, Gemini 3.1 Pro ist in Sachen Kontextfenster (bis zu 2 Millionen Tokens!) ein Biest, aber was bringt mir der größte Speicher, wenn die Ablagefläche aussieht wie mein Schreibtisch nach einer 48-Stunden-Coding-Session?

Fazit

Für unsere Zielgruppe – die Leute, die Gemini für echte Projekte, Code-Snippets und Recherche nutzen – ist das Fehlen von Ordnern derzeit ein Dealbreaker.

Die aktuelle Struktur ist „Early Access“-Niveau. Wer Ordnung braucht, muss momentan zu Third-Party-Extensions greifen, was sicherheitstechnisch immer ein fader Beigeschmack bleibt.

Sobald „Projects“ flächendeckend rollt, wird Gemini endlich vom Spielzeug zum ernsthaften Werkzeug.

Google hat die beste Technik unter der Haube, aber das schlechteste Cockpit. Das Fehlen von Ordnern ist derzeit wirklich schade, auch wenn die „Projects“-Funktion Hoffnung macht.

Kristijan Varzanovic 08.05.2026
Quellenverzeichnis (3)

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