Unser schrittweiser Abschied von JSON
Kürzlich erreichte uns eine spannende Nachricht einer aufmerksamen Leserin im Live-Chat, die sich unsere Referenzen-Seite etwas genauer angesehen hat. Ihre berechtigte Frage:
Warum nutzen wir für unsere Notizen eigentlich normale JSON-Dateien anstelle einer echten Datenbank?
In einer Welt, in der fast jedes noch so kleine Web-Projekt sofort mit einem MySQL- oder PostgreSQL-Container hochgezogen wird, wirkt der Einsatz von simplen Textdateien oft wie ein Relikt aus vergangenen Tagen.
Doch Architektur-Entscheidungen in der IT sollten sich nicht nach Trends richten, sondern nach den tatsächlichen Anforderungen.
Für den Start von VZC System war eine Flat-File-Struktur schlichtweg die intelligentere Wahl.
Der Reiz der Einfachheit
Wenn man eine Plattform von Grund auf aufbaut, ist Komplexität der größte Feind der Produktivität. Der Verzicht auf eine klassische Datenbank brachte uns in der initialen Entwicklungsphase entscheidende strategische Vorteile:
- Kein administrativer Overhead: Es musste kein separates Datenbanksystem auf dem Server installiert, gewartet, abgesichert oder lizenziert werden. Das sparte Zeit und Server-Ressourcen.
- Maximale Übertragbarkeit: JSON-Dateien sind reine Textdateien. Sie lassen sich problemlos in Git versionieren, per FTP verschieben und ohne komplizierte Dumps oder Exporte sichern. Ein einfaches Copy-and-Paste reicht aus.
- Direkte menschliche Lesbarkeit: Die Rohdaten sind ohne spezielle Software, Kommandozeilen-Tools oder GUIs wie phpMyAdmin direkt im Texteditor lesbar und editierbar. Wenn es schnell gehen musste, reichte ein simpler Eingriff in den Code.

Für ein System, das anfangs primär von einem einzelnen Administrator gepflegt wurde und dessen Schreibzugriffe überschaubar waren, bot JSON ein unschlagbares Verhältnis aus Aufwand und Nutzen.
Vibecoding und die neue Infrastruktur
Doch Technologie steht nicht still, und auch unser Workflow bei VZC System entwickelt sich weiter. Dank moderner Vibecoding-Ansätze – also der hochgradig KI-gestützten Softwareentwicklung – haben wir kürzlich eine völlig neue App-Umgebung für unsere internen Prozesse eingerichtet.
Diese neue Architektur nutzt nun tatsächlich eine vollwertige Datenbank im Backend. Das Interessante daran: Wir haben keinen harten Cut gemacht. Aktuell fahren wir einen hybriden Ansatz.
Sowohl die bewährten JSON-Dateien als auch die neue Datenbankstruktur laufen parallel und greifen nahtlos ineinander.
Unser System ist so konfiguriert, dass sämtliche Notizen aus beiden Quellen abgerufen und synchron bearbeitet werden können.
Da dieser hybride Workflow perfekt in unsere bestehenden Automatisierungen integriert ist und absolut reibungslos funktioniert, gibt es für uns momentan keinen Grund, die alte Struktur über Nacht abzuschalten.

Die Grenzen von Flat-Files
Trotz unserer Begeisterung für den bisherigen Workflow verschließen wir nicht die Augen vor den technischen Realitäten. JSON stößt genau dann an seine Grenzen, wenn Skalierung und Kollaboration ins Spiel kommen.
Sobald mehrere Nutzer gleichzeitig auf die Infrastruktur zugreifen und Datensätze manipulieren, drohen bei simplen Textdateien Dateisperren (File-Locks) oder im schlimmsten Fall inkonsistente Daten.
Deshalb steht unsere Roadmap fest: Wir werden VZC System nach und nach vollständig auf die Datenbank umstellen und die JSON-Dateien als primären Datenspeicher hinter uns lassen.
JSON war der perfekte, schlanke Motor für unseren Start – aber für die Mehrbenutzer-Zukunft rüsten wir uns jetzt mit dem passenden Fundament.
Unser Fazit
JSON-Dateien boten VZC System anfangs den perfekten Mix aus minimalem Overhead, hoher Lesbarkeit und einfacher Versionierung.
Mit dem Wachstum der Plattform und neuen KI-gestützten Apps verlagert sich unsere Architektur nun schrittweise hin zu einer echten Datenbank, um gleichzeitige Zugriffe durch mehrere Nutzer sauber zu managen.
Bis dahin beweist unser hybrider Parallelbetrieb, dass pragmatische Lösungen oft langlebiger sind als man denkt.
Wie sieht es bei euren privaten oder beruflichen Web-Projekten aus – setzt ihr für kleine Tools immer sofort einen Datenbank-Container auf, oder vertraut ihr auch mal auf die absolute Einfachheit von "Textdateien"? Lasst es uns wissen!
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Quellenverzeichnis (5)
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