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Bestellabbruch wegen Datenhunger: Wenn der Shop zu viel wissen will

09.05.2026 3 Min. Lesezeit
Foto: © Unsplash | @ciabattespugnose
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Jeder kennt den Moment beim Checkout in einem neuen Onlineshop. Man hat das begehrte Gadget schon virtuell in der Hand und klickt genervt auf „Weiter“. Und plötzlich blockiert ein rotes Sternchen den endgültigen Kaufabschluss.

Der Onlineshop verlangt zwingend die Eingabe der persönlichen Telefonnummer. Oft wird zusätzlich auch noch das Geburtsdatum abgefragt, völlig ohne rechtliche Grundlage. Der IT-Security-Experte Mike Kuketz hat dieses Phänomen in seinem aktuellen Blogbeitrag messerscharf analysiert.

Es grenzt an pure Schikane gegenüber dem Kunden. Wer online bestellt, will ein Produkt kaufen und keinen intimen Daten-Striptease hinlegen. Doch die Shop-Betreiber ignorieren geltendes Recht schlichtweg.

DSGVO-Ignoranz als Geschäftsmodell

Kuketz bringt es in seiner Analyse gnadenlos auf den Punkt. Das fundamentale Prinzip der Datensparsamkeit aus Artikel 5 der DSGVO wird hier täglich millionenfach mit Füßen getreten.

Wozu braucht ein Händler meine private Handynummer, wenn er mir ein schnödes Paar Socken oder ein Kabel per Post schickt? Für etwaige Rückfragen zum Bestellstatus reicht die E-Mail-Adresse völlig aus.

Noch absurder wird es bei der Alterseingabe. Ich will sicher nicht jedem x-beliebigen Shopbetreiber im Netz unter die Nase reiben, dass ich beispielsweise am xx.xx.1999 geboren bin.

© Unsplash | @silverkblack

Das ist ein glasklarer Verstoß gegen die strenge Zweckbindung. Die erhobenen Daten müssen für den Vertragsschluss zwingend erforderlich sein, was sie in diesen Fällen absolut nicht sind.

Leider fehlen im Beitrag von Kuketz konkrete Gerichtsurteile oder Aktenzeichen zu aktuellen Abmahnwellen. Solche juristischen Hebel wären für uns Datenschützer extrem spannend, um den Shops endlich wirkungsvoll auf die Finger zu klopfen.

Die faulen Ausreden der E-Commerce-Branche

Fragt man als Kunde beim Support nach, bekommt man meist abenteuerliche Rechtfertigungen präsentiert. Die Argumente der Händler sind technisch und juristisch oft völlig haltlos.

Hier sind die gängigsten Schutzbehauptungen der Betreiber, die im Artikel fachlich entlarvt werden:

  • Speditionsversand: Angeblich muss der Paketbote für die Zustellung anrufen können.
  • Bonitätsprüfung: Ein Bonitätscheck rechtfertigt niemals eine pauschale Altersabfrage bei sicheren Zahlungsarten wie Vorkasse oder PayPal.
  • Jugendschutz: Der Kauf von harmloser Elektronik erfordert keinen strikten Altersnachweis ab 18 Jahren.
  • System-Restriktionen: Veraltete Shop-Software wie Magento oder ältere Shopware-Versionen definieren das Feld angeblich hart codiert als Pflichtfeld.

Diese Ausreden sind schlicht lächerlich. Gerade bei uns in Österreich prüfen die Datenschutzbehörden solche systematischen Verstöße mittlerweile glücklicherweise genauer. Dennoch kommen die ganz großen Fische der Branche viel zu oft ungeschoren davon.

Mein Take: Boykottiert die Datenkraken

Ich breche Käufe mittlerweile konsequent ab, wenn ein Shop mich zur Herausgabe meiner Handynummer zwingt. Selbst wenn ich ein teures iPhone bestelle, geht meine Nummer den Logistiker absolut nichts an.

Wir müssen als Konsumenten aufhören, temporäre Bequemlichkeit über unsere Privatsphäre zu stellen. Wer seine sensiblen Daten freiwillig in jedes blinkende Formular tippt, befeuert dieses illegale System nur weiter.

Kuketz leistet mit seinem Blog hier großartige Aufklärungsarbeit für die Community. Er legt den Finger genau in die Wunde eines völlig entgleisten E-Commerce-Marktes.

Kurz & Knapp

Für datenbewusste Shopper und Privacy-Admins ist die aktuelle Rechtslage extrem frustrierend. Onlineshops erzwingen aggressiv Daten, die sie rechtlich gar nicht erheben dürfen, und verstecken sich feige hinter vorgeschobenen technischen Ausreden.

Unser Fazit in einem Satz

Die verpflichtende Abfrage von Telefonnummer und Geburtsdatum bei normalen Online-Bestellungen ist ein dreister DSGVO-Verstoß, den wir als informierte Kunden mit einem sofortigen Kaufabbruch bestrafen sollten.

Brecht ihr den Kaufvorgang konsequent ab, wenn ein Shop eure Handynummer als Pflichtfeld verlangt, oder füttert ihr das System einfach mit kreativen Fake-Daten?
Kristijan Varzanovic 09.05.2026
Quellenverzeichnis (3)

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